BPA & BPS in Trinkflaschen: Ein ausführlicher Ratgeber [2020]

Hormongift und Weichmacher in unseren Trinkflaschen? Was BPA und BPS in Wahrheit sind und diese Chemikalien einfach zu vermeiden sind.

Das in vielen Produkten des täglichen Bedarfs enthaltene BPA und BPS sind sehr wahrscheinlich gesundheitsschädlich, zumindest warnen Toxikologen schon seit längerer Zeit Verbraucher davor. Beide Seiten fordern unbedenkliche Alternativen. Doch tatsächliche Veränderungen in den Gebrauchsartikeln sind nur wenige zu beobachten.

Im Gegenteil, denn BPA enthält Weichmacher und BPS Hormone, wobei beide im Verdacht stehen, unseren Alltag regelrecht zu vergiften. Babyschnuller, Einwegflaschen, PET-Gefäße und Verpackungen – in vielen Produkten lauern die chemischen, gefährlichen Verbindungen Bisphenol A und S. Die Folgen sind Unfruchtbarkeit, Herzkreislauferkrankungen und Diabetes. Nicht umsonst ist der Referenzwert für BPA EU-weit drastisch verringert worden, doch der vermeintlich harmlose Ersatzstoff BPS ist offenbar noch gefährlicher wie aktuelle Studien zeigen. Aber was bedeutet BPA frei überhaupt und welche BPA freien Flaschen gibt es?

Aus Plastik-Trinkflasche läuft Wasser mit Schriftzug BP
Alles zu BPA & BPS und Trinkflaschen erfährst Du in diesem Ratgeber | © Ivan Uralsky – stock.adobe.com

Was ist Bisphenol A und Bisphenol S?

Bisphenol A (BPA) zählt zu den meistverwendeten Industriechemikalien weltweit. Tonnen werden nach wie vor in der Plastikherstellung verwendet, obwohl längst bewiesen ist, dass BPA über hormonelle Wirkungsweisen verfügt und schon kleinste Dosen ausreichen, um unser empfindsames Hormonsystem durcheinander zu bringen, wird dieser Stoff in der Herstellung unzähliger Gebrauchsartikel verwendet. Hunderte Studien weisen darauf hin, dass BPA fortpflanzungsschädliche und krebserregende Auswirkungen hat. BPA ist allgegenwärtig und gelangt über die Produktionsketten in die Umwelt und wird meist über den Kunststoff freigesetzt.

Inzwischen wird er überall nachgewiesen: Luft, Staub, Gewässer und auch im Meer. Seit 1953 bedient sich die Industrie dieser Chemikalie – bis heute mit 1,15 Tonnen jährlich und noch immer steigen die Zahlen – auch in der EU. Rund 30 % werden für die Herstellung von Lacken, Kleber und Beschichtungen verwendet, etwa 65 % für die Polycarbonaterzeugung verbraucht. Der stabile und bruchfeste Kunststoff (Polycarbonat) ist in nahezu allen (Lebensmittel-) Verpackungen und Behältnissen enthalten. Das Schwierige daran: BPA muss nicht gesondert deklariert werden – ein Aufdruck ist keine Pflicht.

Bisphenol S (BPS) wurde lange als beruhigende Alternative zum BPA gefeiert, bis Studien nachweisen konnten, dass auch diese Chemikalie hormonähnliche Eigenschaften aufweist. Dabei wirkt sich BPS in geringeren Dosen schädlich aus und ist damit noch gefährlicher als der Giftstoff BPA. Somit scheint klar: eine sichere Ausweichmöglichkeit ist noch lange nicht gefunden. Die ideale Lösung scheint die komplette Vermeidung von Kunststoffverpackungen aller Arten zu sein, solange keine Kennzeichnungspflicht seitens der Hersteller besteht. Ob thermoplastische Kunststoffe oder der Kassenzettel im Laden – die Produktion und anschließende Verwendung zielt ganz klar auf Langlebigkeit und positiven Materialeigenschaften im Endprodukt hin.

Hier steckt BPA drin

DVDs, Fahrzeugscheiben, Brillengläser, Koffer, medizinische Einwegartikel, Gehäuse von Smartphones oder Abdeckungen von Gewächshäusern – kaum ein Segment kommt ohne die Verwendung des Bisphenol S aus. Warum ist das so? Vor allem weil die sogenannten Polycarbonate besonders kratzfest, temperaturunempfindlich und robust sind, aber auch in Farben, Lacken und Beschichtungen Korrosionsschutz bieten.

Was kannst du persönlich unternehmen?

Inzwischen ist es unerheblich ob BPA oder BPS in einem Produkt enthalten ist. Was direkt mit unserer Nahrung, Lebensmitteln oder Getränken in Verbindung kommt, sollte frei von jeglichen Giftstoffen sein. Trinkflaschen, die unsere Gesundheit nicht beeinträchtigen und keine Schädigungen verursachen, sind deshalb wichtiger denn je.

Was bedeutet BPA/BPS frei?

Einzig und allein BPA-freie Gefäße aus Glas und Edelstahl helfen mit 100 % aus dieser Misere – und zwar bedenkenlos. Was heißt BPA frei überhaupt? Sobald man einen klaren Blick auf sämtliche Produkte des alltäglichen Lebens hat, in denen BPA und BPS enthalten sind, wird rasch deutlich: Es gibt fast kein Entrinnen!

BPA frei Bedeutung

Ob verpacktes Gemüse oder eine Flasche Limonade – Plastik und damit gefährliche Chemikalien lauern praktisch überall. Um die beiden Giftstoffe konsequent zu meiden, braucht es Disziplin. Der eigenen Gesundheit zuliebe sollten Trinkflaschen und Trinkgefäße an sich, aus alternativen Materialien wie Keramik, Glas oder Edelstahl bestehen. Nahrungsmittel, fertige Speisen oder ein Stück Kuchen finden ab sofort nicht mehr im Plastikbehälter ihren Platz, sondern werden ebenfalls in Glasschüsseln aufbewahrt.

Lässt sich die Verwendung nicht ganz vermeiden, gibts ein paar Regeln, an die man sich jedenfalls halten sollte:

  • Lebensmittel grundsätzlich nicht in Plastikbehältern erwärmen
  • offene Konserven in BPA freie Behälter umfüllen
  • sichere Kunststoffe bevorzugen (PE, PP)
  • KEIN Polycarbonat verwenden (PC)

Was ist BPA frei?

Zum BPA und BPS freien Leben ist zwar etwas Disziplin gefragt, aber mit wenigen Umstellungen sowie einer differenzierten Materialwahl lassen sich Babynahrung & Co. durchaus auch in anderen Behältnissen zubereiten und aufbewahren. Beim Kauf von Dosen, Trinkflaschen oder Gefäßen aus Kunststoff achte daher immer auf den Hinweis „BPA free“.

Gefahren und Bedeutung für Gesundheit & Umwelt

BPA und BPS begegnen uns nahezu überall in unserem modernen Lebensstil. Lunchboxen, Verpackungen von Obst und Windeln, Trinkflaschen oder ein ultramoderner Smoothie-Mixer – alle Produkte könnten die Giftstoffe enthalten. Umso wichtiger ist es, genau hinzusehen. „BPA frei“ klingt natürlich gut und präsentiert stolz ein grünes Siegel, aber sagt im Prinzip nur aus, dass BPA nicht im Produkt enthalten ist. Viel wichtiger wäre an dieser Stelle, dass für viele Dinge des täglichen Lebens Kunststoffe erst gar keine Rolle mehr spielen. Trinkflaschen aus hochwertigem Borosilikatglas übernehmen beispielsweise diese Funktion oder Aufbewahrungsbehälter aus Aluminium, Schneidebretter aus Holz, Küchenutensilien aus Edelstahl – die Liste alternativer Materialien ist länger als gedacht. Ein Umstieg daher nicht nur einfach, sondern auch förderlich für die Gesundheit als auch Umwelt.

  • Fakt ist, dass BPA und BPS schon in geringen Mengen in Getränke und Lebensmittel übergehen, sobald diese in Behältern mit dem Stoff aufbewahrt werden.
  • Studien beweisen, dass bereits winzige Mengen des hormonellen Schadstoffes in den eigenen Hormonhaushalt eingreifen können.
  • Was dies genau bedeutet: Unfruchtbarkeit, reduzierte Spermienzahl, Schädigungen im neuronalen Bereich, Verhaltensstörungen, Diabetes und Herzkreislauferkrankungen können die Folge sein.
  • Babys, Kleinkinder und Kinder kann die Aufnahme von BPA über Schnuller, Milchflaschen und anderen Trinkgefäßen in ihrer körperlichen Entwicklung hemmen.

Vorteile & Eigenschaften

BPA ist ein Weichmacher, dem man in der modernen Gesellschaft nur mehr schwer entkommen kann. Zu groß sind die Vorteile – zu gering die industriellen Nachteile. Doch die synthetische Chemikalie ist in vielen Bereichen der Industrie, Medizin und Fertigung gar nicht mehr wegzudenken. Der Vorzug liegt in der direkten Reaktion der Verbindungen mit dem Ausgangsmaterial. Kein BPA-freier Kunststoff kann so viel leisten, wie derartige Chemikalienkombinationen. Härte, Oberflächenbeschaffenheit, Wiederverwendungsmöglichkeiten und Kratzfestigkeit und Lebensmittelechtheit sind nur ein paar Argumente für BPA. Das einzige, aber wichtigste Contra: BPA und BPS sind gesundheitsschädlich und greifen schon in winzigen Mengen in unseren Hormonhaushalt ein und verursachen Auslöser für Diabetes, Übergewicht, Herzkreislauferkrankungen und Wachstumsstörungen bei Kindern.


BPA und BPS freie Trinkflaschen

Was heißt BPA frei bei der umweltfreundlichen Herstellung von Trinkflaschen? In erster Linie die Wahl von alternativen Materialien. Trinkflaschen aus Metall und Glas sind garantiert BPA-frei und unterstützen Outdoorbegeisterte, Familien und Kinder im Alltag oder bei ihren Abenteuern. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) setzte zwar den Grenzwert für BPA auf vier Mikrogramm pro Kilogramm herunter, hinkt mit dieser Verordnung aber den aktuellen Studienergebnissen hinterher. Die einzige Möglichkeit 100%ig sicher zu sein, eine BPA-freie Trinkflasche zu nutzen, ist der Verzicht auf Kunststoffflaschen, die über kein „BPA frei“-Siegel verfügen. Umweltfreundliche Trinkflaschen aus hitzebeständigem Borosilikatglas beispielsweise sind extrem robust und ziemlich unempfindlich gegenüber Stößen. Selbst einen Sturz über eine geringe Höhe stecken sie locker weg. Auch Edelstahl eignet sich mit seinen positiven Materialeigenschaften hervorragend für die Produktion von Trinkflaschen und bewahrt die Qualität frischer Getränke bis zum letzten Schluck.

Zusammenfassung

Mein BPA & BPS Fazit

Was ist BPA frei und was bedeutet BPA frei für die Produkte des täglichen Gebrauchs? BPA-freie Produkte zu kaufen ist nur eine halbe Lösung. Denn kein Konsument kann bisher erkennen, ob das ebenso gefährliche BPS in Kunststoffprodukten enthalten ist. Die einzige Alternative ist: Der weitreichende Verzicht auf praktisches, aber umwelt- und gesundheitsschädliches Plastik ohne „BPA-frei“-Deklaration. Nur damit lässt sich die lauernde zellschädigende Wirkung vermeiden. Darum ist eine BPA-freie Flasche aus alternativen Materialien die einzige Option, diesem Giftstoff sicher auszuweichen.